Beschreibung:

Sessel LEM,  Design: Joe Colombo

Der Entwurf stammt aus dem Jahr 1964 und der Sessel wurde von 1965-1981 von der Firma Comfort produziert. Ursprünglich hatte er einen Rahmen aus geformten, dunklen Schichtholz und hieß Superleggera. Später  wurde der Sessel in Supercomfort umgetauft und aus weiß lackiertem Holz hergestellt. Im nächsten Schritt verwendete man einen Rahmen aus Pressstahl und taufte das Design, wegen seiner Ähnlichkeit mit einer Mondlandefähre, in „LEM“ (Lunar Excursion Module) um. Die Bezeichnung lehnt sich auch an den Namen des Schriftstellers des Romans „Solaris“, Stanislaw Lem, an. Dieses hier gezeigte, frühe Modell, mit einem Rahmen aus Pressstahl, wurde ca. zwischen 1972 und 1981 von der Firma Bieffeplast produziert. Der italienische Hersteller B-Line produziert den Sessel in seiner ersten Variante seit 2004 unter dem Namen Superleggera in einer Neuauflage.

Material:
Rahmen aus Pressstahl, weiß lackiert. Sitzfläche, Rücken- und Armlehnen gepolstert und mit weißem Lederbezug ausgestattet. Guter, gebrauchter Zustand. Das Möbel ist in diversen Museen u.a. im Vitra Design Museum ausgestellt. Publiziert.

PREIS: 2.500 EUR                    zum Shop

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JOE COLOMBO:

einer der herausragensten Designer der 60er Jahre und "Meister des Plastikdesigns", der sich gegen Ende der 60er Jahre durch Raumfahrt und Science-Fiction zu futuristischen Wohnutopien in Kunststoff inspirieren liess (Er wird oft als "Creatore del ambiente futuro" bezeichnet). Er beginnt als Autodidakt. Zunächst prägte er in den 50er Jahren als Maler und Bildhauer die Nuclear-Painting-Bewegung mit, bevor er über die Architektur Anfang der 60er Jahre zum Design gelangte und sein eigenes Studio eröffnete.

Er suchte nach Gesamtkonzepten, die weit über die Gestaltung bloßer Einrichtungsgegenstände hinausgingen. Jeglicher Hang zur Repräsentation war Colombo ein Gräuel. Dagegen interessierten ihn Themen wie Flexibilität und Multifunktionalität, was ihn in heutiger Sicht als Vorreiter erscheinen lässt. Seine Entwürfe brechen mit der Idee einer gepflegten klassischen Wohnkultur und nach dekorativen Aspekten eingerichtete Wohnungen bezeichnete er bissig als "Tempel der Selbstdarstellung". Seine Karriere als Designer ist identisch mit dem Optimismus des ital. Design für die Zukunft. Sein früher Tod mit 41 Jahren (er starb an einem Herzversagen) lässt ihn zur Legende werden.